Mittwoch, 7. Januar 2009

Liebe und Hass

Aus aktuellen Gründen habe ich mich entschlossen mal etwas über die Liebe zu philosophieren ... naja vielleicht ist philosophieren hier etwas weit gegriffen, aber egal.
Die Liebe eine Sache von der jeder weiß, von der jeder 14-jährige Spätpupertäre Jugendliche meint sie gefunden zu haben und die mir wie keine andere Sache sonst ein schmunzeln aufs Gesicht zaubert.
Versteht mich nicht falsch ich bin keineswegs eine von denen, die der Meinung ist, dass die Liebe eine absolut sinnlose Sache ist, denn das wäre schlicht und ergreifend falsch, aber ich gehöre durch aus zu denen, die der Meinung sind, dass dieses Wort völlig überstrapaziert wird.
Ebenso verhält es sich mit dem Hass wie oft sagt man denn 'Ich hasse dich' das nervt wirklich!
Wenn ich jedem x-beliebigen Menschen die zwei stärksten Gefühlsausdrücke entgegenwerfe, die unsere Sprache im Moment zu bieten hat, was sage ich denn dann zu den Menschen, für die ich wirklich diese Gefühle habe?
Sind wir doch mal ehrlich der Durchschnitts Jugendliche hat in seinen kurzen Jahren die er auf der Erde wohnt wahrscheinlich öfter ich liebe/hasse dich gesagt, geschrieben oder gesungen, als er auf Toilette war oder in ein Schulbuch geschaut hat.
Vielleicht bin ich in der Hinsicht romantischer, als es meine sonst eher pragmatische Persönlichkeitsstruktur zulässt, aber ich bekomme Ausschlag, wenn vor mir ein Typ steht, der der Meinung ist, weil ihm sein Bauch ein bisschen kribbelt, was wahrscheinlich eher daher kommt, dass er zuviel Cola getrunken und Chips gegessen hat, der Meinung ist, er müsse jetzt unbedingt sagen 'Ich liebe dich'.
Nein Leute ein gemeinsames Hobby und die gleiche Haarfarbe sind kein Zeichen für die große Liebe.
Und auch wenn es einigen als sehr toll vorkommen mag, so ist das Verzeihen eines Ausrutschers keineswegs zwangsläufig ein Zeichen dafür, dass er/sie die oder der Richtige ist.
Und nein 2 Wochen sind definitiv keine Beziehung ebenso wenig wie 2 Monate.
Ich könnte an dieser Stelle anfangen vom Einfluss der Medien zu philosophieren, aber ich bin der Meinung, dass es jedem einigermaßen gebildeten Leser klar sein dürfte, dass die Medien einen Großteil unseres Lebens beeinflussen, ob wir das nun wollen oder nicht.
Natürlich steht hierbei außer Frage, dass das Leben von potenziellen Sat 1 Zuschauern und Bild Lesern weitaus weniger positiv beeinflusst wird, als das derer, die sich auch hin und wieder mal ein Buch zur Hand nehmen. Aber das ist ein Thema, welches erstens schon Tausende Male diskutiert wurde und zweitens keinerlei Bezug zu meinem eigentlichen Thema findet.
Also zurück zum Thema, natürlich ist es wunderschön, wenn junge Menschen sich finden und glücklich miteinander sind, aber ist es wirklich schön, wenn man mit 20 Jahren schon sagen 'kann', dass man bereits 20 Freundinnen hatte ? und was viel wichtiger ist, kann man bei dieser hohen Zahl an Opfern wirklich von irgendeiner Art Liebe reden ?
Meiner Meinung nach ist zu beobachten, dass der Hass nach einer solchen Beziehung, die vorher angeblich vorhandene Liebe um Längen übertrifft, was ich persönlich traurig, aber auch amüsant finde, nicht zuletzt, weil es meine Theorie bestätigt.
Des weiteren ist es doch äußerst Fragwürdig wie sehr man einen Menschen wirklich hassen kann, den man seit einem oder zwei Jahren kennt.
Hass ist ebenso wie Liebe etwas, dass sich entwickelt. Immerhin sind es ja direkte Gegenstücke und somit enger miteinander verbunden, als der ein oder andere glauben mag.
Wenn ich also jemanden kennenlernen mich mit ihm anfreunde und nach zwei Jahren mit ihm streite, dann ist es laut Meinung der Jugend, welcher ich nun wohl oder übel angehöre, kein Problem diesen Menschen am nächsten Tag aus tiefster Seele heraus zu hassen.
Wieder eine Sache, die ich sehr amüsant finde.
Es ist Fakt, dass der Umgang mit Liebe und Hass eine sehr subjektive Sache ist und aus diesem Grund nur wenig Diskussionspotential bietet.
Dieses zu schaffen ist auch überhaupt nicht mein Anliegen, eigentlich verfolgt dieser Text überhaupt kein Anliegen, obwohl jeder Deutschlehrer der Welt wahrscheinlich etwas anderes behaupten würde und mir eine Intension und die bewusste Verwendung von Stilmitteln unterstellen würde.
Abschließend ist zu sagen : hebt es euch für den Richtigen auf, denn wer soll euch noch glauben ,wenn ihr es vorher schon so vielen anderen gesagt habt?

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